Ostern auf Bali, Lombok und Gili Trawangan

25.03.2016

Es ist wieder soweit, die Reisefamilie reist endlich wieder nach Asien.
Diesmal geht es nach Indonesien: Bali, Lombok und Gili Trawangan, kurz Gili T.

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Wir starten ausnahmsweise pünktlich in Kassel Wilhelmshöhe. Die Bahn hat mal keine Verspätung.
In Frankfurt geht auch alles zügig, alle sind nett und gründlich, so steckt allen noch der Anschlag auf dem Flughafen in Brüssel in den Knochen.
Die Zeit vergeht rasch und schon sitzen wir im Flieger der Qatar Airways auf dem Weg nach Doha, unserem ersten Etappenziel.
Die Airline ist top. Genug Platz, tolles Entertainment, wir holen alle Filme nach, die wir im Kino nicht geschafft haben zu schauen.
Das Essen ist super und der Service ebenso.

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Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die 5 Stunden bis Doha schnell vergehen.
In Doha ist es bei der Landung bereits 23:50 Uhr und wir haben drei Stunden Zeit. Mitten in der Nacht, dennoch ist alles geöffnet und wir langweilen uns nicht:

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26.3.2016

Pünktlich geht es weiter nach Denpasar/Bali.
Da dieser Flug knapp 9 Stunden dauert und alle müde sind, schlummern wir seelig nach einem leckeren Abendessen ein.

Die Ankuft auf Bali funktioniert reibungslos, Zoll, Gepäck, Immigration klappt alles fix.
Unser Fahrer steht mit Schild in der Halle. Schon beim Verlassen des Flughafens riechen wir Asien und freuen uns, obwohl wir alle ziemlich müde sind. Auf gehtˋs ins Kudesa Homestay, wo wir die ersten zwei Nächte bleiben.

Wir genießen alles vom ersten Moment an. Die Fahrt durch die wuselige Stadt, der Verkehr bleibt aufregend während der kompletten Fahrt.
Wir lernen viel über das Verständnis von Raum und Zeit auf Bali. Google Maps sagt, unser Homestay ist 25 KM vom Airport entfernt. Der Fahrer sagt, es ist sehr weit, 60 KM und mindestens 2 Stunden. Er glaubt dran und wir sind nach 40 Minuten und ca 23 KM in unserer Unterkunft 😉
Das Kudesa Homestay ist ein kleines, familiäres Guesthouse mitten im Hinterland.
Unsere Badezimmer haben kein Dach. Bela hat Angst, dass Affen kommen und sein Kulturtäschchen klauen, deshalb nimmt er es ins Zimmer.
Dann sofort in den Chillmodus verfallen. Bier bestellt, Kinder planschen im Pool, Gastgeber total nett, alles hübsch 😉
Nach dem Abendessen fallen wir in die Betten.

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27.3.2016

Ich kann schon ziemlich früh nicht mehr schlafen und habe ein Uhrzeit Problem.
Wir sollen um 9 Uhr abgeholt werden, deshalb wecke ich Levi bereits 6:30 Uhr, was aber tatsächlich erst 5:30 Uhr ist. Also: Anschiss.
Also warte ich, bis der Pool gesaugt wurde und schwimme eine Runde…es ist schon schön warm draußen und der Pool ist mit 30 Grad auch keine sonderliche Erfrischung.
Aber ich habe ihn für mich alleine, ebenso die morgendliche Stimmung, samt Muezzin Gesang.
Zum Frühstück gibts Pancake und Omelette.
Der Fahrer ist pünktlich, hat keinen Namen und ist total lustig. Spricht sehr gut deutsch, hat er mit CD im Auto gelernt.

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Es verspricht ein schöner Tag zu werden.
Heute erkunden wir einen kleinen Teil von Bali:
Tiger Tempel, alle müssen Sarongs anziehen.

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Es ist ein Hindu Tempel. Alle sind am Werkeln und bauen, weil in ein paar Tagen eine Zeremonie/Tempelfest stattfindet.

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Weiter gehts zum Wasserquelletempel. Witzigerweise das Kalenderblatt von März bei uns in Gudensberg im Flur…

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Der Pura Tirta Empul ist einer von Balis wichtigsten und heiligstenTempelanlagen.
Es ist wunderschön und seit kurzem Unesco geschützt.
Er ist vor allem wegen seiner heiligen Quellen bekannt.
Hinuistische Gläubige kommen regelmäßig hierher, um sich zu reinigenund von Krankheiten und Problemen zu befreien.

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Jede der einzelnen Fontänen ist für eine bestimmte Aufgabenstellung zuständig.
Die genaue Zuordnung ist heute nicht mehr bekannt, also lieber auf Nummer sicher gehen und unter jeder Fontäne ein Reinigungsritual durchführen.
Tirta Empul ist das balinesische Wort für sprudelnde Quelle.

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Auf dem Weg zum Auto erleben wir Spießrutenlauf durch eine Menge Shops: Mähäm…Sarrrong…good prrrice.
Die lassen einen nicht in Ruhe und verfolgen dich, während sie bei Nichtinteresse immer weiter runter gehen im Preis.
Bela und ich kaufen einen Fächer, haben nicht gut gehandelt, zahlen viel zu viel und beschließen, dass wir das schnell lernen müssen.

Nächste Station ist eine Kaffeeplantage, in der es auch Luwak Kaffee gibt.
Was nichts anderes heißt, als Kaffe, der einmal als Bohne durch eine Katze gewandert ist und als Kacke wieder raus kam. Mir hat es nicht geschmeckt, schon allein die Vorstellung machte das auch unmöglich. Es gibt auch Catpoochino 😉

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Auf der Weiterfahrt geht es durch wunderschöne Reisfelder, ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nicht so ein Grün gesehen.

Dort haben wir eine kleine Lunchpause, es gibt gebratenen Reis mit Bier und Cola, was sonst;)

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Als letztes Ziel haben wir einen Wasserfall auf der Liste.

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Es ist schweineheiß und wir müssen viele Treppen runter und natürlich später auch wieder hochlaufen.
Der Wasserfall ist so mittelmäßig, haben schon wesentlich schönere gesehen. Bela merkt das nicht und hüpft fröhlich in die braune Brühe!

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Ausflug um 16 Uhr beendet, wir sind alle platt und gehen wieder in den Chillmodus, haben ja schließlich Urlaub.
Bela spielt im Pool mit Imani aus Kenia, die wir erstmal über unsere Amani mit Viertel Tansania in Kenntnis setzen. Ihre Mutter ist ganz entzückt. Sie wohnen in der Schweiz. Imani ist von Belas Schwimm- und Tauchkünsten ganz begeistert und versucht, ihm alles nachzumachen.
Unterhalten ist schwierig, sie spricht französisch. Aber Kinder brauchen keine Sprachen!

Der Tag geht gemütlich zu Ende.

28.03.2016

Heute gibt es wieder das leckere Pancake Frühstück…
Um 10 Uhr werden wir abgeholt und nach Padang Bai an den Hafen gebracht. Dort geht unser Speedboat um 13 Uhr nach Lombok.
Als wir ankommen und unsere Tickets zeigen, herrscht große Aufruhr. Dieses Boot fährt gar nicht nach Lombok heute um 13 Uhr, nur um 9 Uhr. Oh Shit, typisch Asien…
Auch typisch Asien: wir sitzen ganz plötzlich um 11:15 Uhr auf einem Boot, welches nach Lombok fährt und sind wesentlich früher am Ziel, als geplant war.
Die Fahrt vergeht ganz fix, Speedboat halt…
Wir sind nur kurz an Deck, es zieht wie Hechtsuppe (was auch immer das ist) und ich habe Angst, dass Bela wegfliegt.
Wir treffen ein paar Guys aus Uruguay, erkennen sie an der Calabasse, sie trinken Mate.  Am Hafen nehmen wir ein Taxi und fahren nach Senggigi in ein wunderschönes Hotel.

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So läuft es…
Wir checken ein mit Welcome Drink und werden mit einer Elektrokarre in unsere Villa gefahren. Auch typisch für Asien, in Europa könnten wir so ein Hotel gar nicht bezahlen.
Wir wohnen am Strand in einer 250 qm Villa, jede Villa hat Zugang zum Pool von der Terrasse aus.
Das ist soooo schön 🙂

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Der Pool läuft als Kanal einmal durch das Hotel. In der Mitte gibt es eine Poolbar,
die wir erstmal testen müssen. Pisswarm selbstverständlich.
Dann geht es an den Strand.
Das Wasser ist herrlich erfrischend, was wir von Asien nicht kennen.
Der Strand ist leer, bis auf ein paar extrem nervige Verkäufer: Mähäm…Sarrrong….Aldi Prrreise.
Da hat es uns ein wenig die Sprache verschlagen.
Nach dem Strand erkundschaften wir das Örtchen.
Es gibt alles, was wir brauchen: Massage, Laundry für unsere Dreckwäsche und kleine Restaurants mit lokaler Küche und Essensstände auf Rädern.
Wir suchen eine Touristinformation und buchen Surfen für die Kinder,
kombiniert mit einem Ausflug durch einen Teil von Lombok.
Lombok ist etwas ursprünglicher als Bali.
Etwa wie dort vor 25 Jahren, als der Touristenboom so richtig losging.
Danach haben wir alle Rücken- und Fussmassage, gibtˋs hier für extrem wenig Geld.
Zum Abendessen geht es so, wie wir es lieben: Barfuß am Strand entlang.
Wir suchen uns ein nettes Lokal, sitzen auf Holzstühlen und buddeln Löcher unter dem Tisch in den Sand:)

Wir haben jetzt schon festgestellt, dass wir Lombok mögen.
Die erste Nacht ist allerdings trotz dieser luxuriösen Herberge der Horror.
Die AC im Obergeschoss ist kaputt und wir können vor lauter Hitze kein Auge zumachen.
Joshua und Levi hingegen, liegen im Erdgeschoss quasi in der Kühltruhe.
Bela zieht mitten in der Nacht aufs Sofa nach unten.

29.03.2016

Heute haben wir nichts geplant, deshalb schreiben wir auch nicht viel.
Wir haben einen Jaccuzzi auf der Terrasse, da es 6 Stunden gedauert hat, ihn zu füllen, wird er jetzt erstmal ausgekostet.
Dann ein bisschen Strand und Pool. Die Kinder futtern die kostenlosen Snacks alle weg

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Joshua und Levi müssen sich vom Reisen erholen und gehen ab 17 Uhr schlafen.
Da Bela bisher noch nicht soviel zu sich genommen hat, erfüllen wir ihm einen Wunsch und gehen mit ihm ins Steakhouse. Dort hatten wir so ziemlich  die geilsten Steaks, die wir je gegessen haben, also außer unserem veganen Familienoberhaupt 😉 Wir fahren ins Hotel und gehen schlafen, morgen ist ja surfen.

30.03.2016

Frühstück heute um 7 Uhr, wir werden schon mit Vornamen begrüßt 😉
Unser Fahrer ist überpünktlich (er heißt Hery und stellt sich als Harry Potter vor) und hat den Surftrainer gleich dabei.
Wir fahren über die Insel Richtung Hauptstadt Mataram.
Lombok gehört zu den Kleinen Sundainseln.
Auf der 4.725 km² großen Insel leben 2,4 Millionen Menschen.
Die Hauptstadt Mataram hat ungefähr 360.000 Einwohner.
Die Landwirtschaft ist mit weitem Abstand der wichtigste Erwerbszweig der Bevölkerung Lomboks. Der hauptsächlich betriebene Reisanbau ist auf Lombok weniger erfolgreich als auf der Nachbarinsel Bali.
Außerdem werden Maniok, Zwiebeln,Kokosnüsse, Bohnen und Gewürze angebaut.

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs. Sie ist von mehreren kleineren Inseln umgeben. Die bekanntesten sind die Gili-Inseln, die sich im Nord-Westen befinden. Die Hauptinsel ist gekennzeichnet von dem 3.726 Meter hohen Vulkan Rinjani, dem zweitgrößten in Indonesien.
Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus 85 % Sasak, 10-15 % Balinesen und Minderheiten von Chinesen, Arabern, Javanern und Sumbawanesen. Auf Lombok werden Indonesisch und verschiedene Dialekte der Sasak-Sprache gesprochen. Diese variieren teilweise von Dorf zu Dorf. Die Sasak sind ethnisch und kulturell eng mit den Balinesen verwandt. Ihr traditioneller Lebensstil und die überlieferte Bauweise sind in vielen Ortschaften zu sehen.
Etwa 90 % der Einwohner Lomboks sind seit dem 16. Jahrhundert Anhänger des Islams. Als älteste Moschee Lomboks gilt die 1634 erbaute Moschee Masjid Kuno Bayan Beleq in Bayan im Norden der Insel.

Knapp 10 % der Bewohner Lomboks sind aus Bali stammende Hindus, die vorwiegend im Westen der Insel leben. Ihre Tempel werden viel besucht und zeugen von der ungebrochenen Religiosität der Bevölkerung.

Die Erschließung Lomboks durch den Tourismus als weniger überlaufene Alternative zu Bali begann um 1980.

Die Hauptstadt ist quirlig, wir sind schnell durch.
Einen Stopp machen wir jedoch auf einem Dorfmarkt in der Nähe. Es ist wieder mal sehr interessant, was man so alles ohne Kühlschrank und dementsprechend auch ungekühlt, nicht mal mit Eis, verkaufen  kann.
Hühner, Fisch, Fleisch,….sogar mit Fliegen.

Wir kommen am Strand an und sind beeindruckt:

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Die Jungs sind schnell mit Boards und Anzügen ausgestattet und machen erste Trockenübungen am Strand in der prallen Sonne. Es klappt prima, also ab ins Meer.
Es dauert nicht besonders lange, bis alle vier auf dem Board stehen und durch die Wellen reiten. Die Surflehrer machen ihre Sache wirklich gut. Bela entwickelt sich schnell als bester Surfer, weil er am wenigsten nachdenkt.
Ich versuche ein bißchen zu schnorcheln, das geht aber leider nicht, weil durch die Wellen der Sand so aufgewüht ist, dass man nichts sieht.
Also filme ich die Surfer.
Nach einer Stunde gibt es Lunch aus einer Garküche am Strand. Super lecker und wie immer nicht teuer. Ein kaltes großes Bier tut auch immer gut 😉
Dann geht es weiter mit Surfen und ich mache ein wenig Urlaub auf der Liege mit Buch. Unter mir ein Hund.
Aber nicht lange, die Hitze macht mich mürbe. Also wieder ab ins Wasser…dort habe ich die Aufgabe Bela samt Board immer wieder zurück hinter die Wellen zu bringen, auch nicht weniger anstrengend, als Buch lesen.
Bela wird immer wagemutiger und schafft einen Flip auf dem Board, kommt mit hochgerissenen Armen jubelschreiend am Strand an, so dass sämtliche Strandbesucher in Applaus ausbrechen.
Zum Schluss macht er noch einen Handstand auf dem Board und alles jubelt wieder.
Nach einer weiteren Surfeinheit gehen wir duschen (auf der „Toilette“, sprich Loch im Boden mit Wänden drum, steht ein Riesenbottich mit frischem Wasser und einer kleinen Schüssel, damit wird geduscht.)
Danach machen wir noch ein bisschen Kultur. Wir fahren nach Sade Village, ein Dorf indem die Sasak wohnen, so eine Art Ureinwohner Lomboks.
Wir haben einen Guide, der sich immer wiederholt und keine andere Information (aber dafür viermal hintereinander) für uns hat, als dass es ein richtiges Dorf ist und kein Museum und, dass hier die Menschen seit 15 Generationen in Inzucht miteinander leben, weil sie keinen anderen reinlassen. Joshua sagt laut: „das macht auf Dauer blöd. Das merkt man“ 😉
Wir sind alle nicht besonders beeindruckt, weil auch hier nur Kitsch verkauft werden soll und wir deshalb von allen angesprochen werden.
Unser Guide bekommt ein kleines Trinkgeld und freut sich darüber genauso, wie wir über das Dorf.
Nun geht es weiter zum nächsten Highlight, eine Sarongfabrik, in der die Stoffe auch mit Hand gewebt werden.
Auch wieder Sasak People, die Frauen dürfen erst dann heiraten, wenn sie weben können. Also so ab 10 Jahren circa….
Eine Tischdecke zu weben dauert etwa einen Monat und kostet dann umgerechnet 70 Euro.
Das erklärt uns die Dame, die uns das Weben zeigt. Sie sagt zu den Jungs: handsome and handsome und findet, alle drei sehen aus wie ich. Levi fragt sich, wie Joshua das geschafft hat…
Auch hier ist alles selbst gemacht und hat teilweise noch das made in Bangladesh Schild an der Plastikverpackung.
Die Kinder werden von unserem Sarongfabrikguide verkleidet:

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Auch hier finden wir leider nichts, was wir unbedingt brauchen und fahren ungeshoppt weiter.
Zurück im Hotel machen wir das, was wir am liebsten tun: Chillen, schwimmen und faulenzen.
Der Ausflug war anstrengend bei der Hitze, besonders für die Surfer.
Abends gehen wir in ein nettes Restaurant unter deutscher Leitung mit einem richtig schönen Kunstladen angeschlossen. Bela hat sich für ein riesiges Samuraischwert entschieden, da ich nur auf 2800 Dollar runterhandeln konnte und ja schon gelernt habe, dass ich nicht gut handeln kann, nehmen wir es halt nicht. Bela schmollt.
Das Essen ist lecker, aber eher luxuslecker und nicht mit den kleinen Garküchen zu vergleichen. Brauchen wir im Asienurlaub nicht und planen so etwas auch nicht mehr ein.
Ein weiterer aufregender Tag geht zu Ende…Morgen wollen die Kinder wieder surfen, wir haben auch Surfwellen bei uns in der Nähe.

31.03.2016

Heute wird an unserem Hausstrand weiter gesurft. Alle drei sind großartig und haben Spaß.
Bela wartet nicht lange mit seinem ersten Handstand, das Publikum tobt 😉
Mike macht Pause.
Ich sitze am „Kiosk“ und filme ein bisschen.
Leider kann ich die Filme noch nicht hochladen, das lerne ich noch.
Wir chillen, die Kinder surfen, das machen wir den ganzen Tag. Nichts spektakuläres passiert. Außer einem Erdbeben. Und das war so:

Am Nachmittag kam ein Anruf aus der Rezeption, ob es uns gut geht nach dem Erdbeben. Ich sage: in Zimmer 211 gab es kein Erdbeben, aber danke der Nachfrage.
Wir machen weiter Urlaub und wundern uns.

Auf dem Weg zum Essen fragt uns der Portier, wie wir uns nach dem Erdbeben fühlen.Wir googeln: Erdbeben auf Lombok Stärke 4,7….ups…wir haben es nicht bemerkt…..und gehen essen 😉

01.04.2016

Heute geht es wieder früh raus. Frühstück um 7:30 Uhr, weil die beiden Großen sich ein letztes Mal zum Surfen verabredet haben.
Los gehtˋs um 9 Uhr.
Mike trainiert, Bela und ich schwimmen. Das Wasser ist wieder untypisch für Asien, wunderbar kalt und erfrischend.
Check out ist erst um 13 Uhr, das Schiff fährt um 14 Uhr.
Wir gehen zum Hafen, nachdem ich mich zweimal per mail vergewissert habe, dass unser Boot vom Hotel auf Gili T. hier im Hafen von Senggigi losfährt, der direkt neben unserem Hotel ist.
Dort angekommen fragen uns alle, mit welcher Company wir fahren. Gili Diver Hotel Boot kennen sie nicht.
Wir lassen uns nicht beirren, haben es ja schriftlich.
Um 13.40 Uhr klärt Mike mit dem Hafenmeister, dass dieses Schiff gar keine Erlaubis hat, von hier aus zu starten.
Also ruft einer der netten Hafenarbeiter im Hotel an und gibt mir die Chefin…sie ist untröstlich…es ist ihr Fehler…sie kommt gerade aus Vietnam und ist noch durcheinander. Der Hafen ist in Mentiggi und sie sagt dem Boot, es soll warten.
Also alle Mann samt Gepäck in ein Taxi und ab gehtˋs im Regen durch die Berge. Nach einigen halsbrecherischen Überholmanövern sage ich dem Fahrer, dass das Boot auf uns wartet, lebendig!!!
Er schnallt es und fährt langsamer.
Es ist immer so eine Sache, das Autofahren in Asien. Keiner kann sich gescheit anschnallen und überholt wird immer, scheißegal, ob man etwas sieht oder nicht.
Speedboat beladen und ab geht es nach Gili Trawangan.

Gili Trawangan ist die größte Insel der Gili-Inseln vor der Nordwest-Küste von Lombok, Indonesien, und hat etwa 700 Einwohner. Die lokale Sprache ist Sasak.
Die Insel ist ein beliebtes Schnorchel- und Tauchziel von Rucksacktouristen, hauptsächlich aus Europa und Australien. Es existieren ein paar Hotels und zahlreiche Homestays auf der Ostseite der Insel.
Auf Gili Trawangan gibt es keine motorbetriebenen Fahrzeuge. Das Inselumfeld ist reich an Korallen, in welchen unzählige verschiedene Fischarten vorhanden sind.
Die Einheimischen leben hauptsächlich von Tourismus und Fischfang, wobei der Fischfang – insbesondere das Dynamitfischen – die Korallenriffe teilweise zerstört hat.

Das Boot fährt uns direkt zum Hotelstrand. Wir gehen durch die Strandbar rein und checken ein. Alles hier ist extrem locker und nett. Lauter junge Taucher. Wir haben nette Zimmer, die Jungs jeder ein Einzelzimmer und Bela, Mike und ich ein Familienzimmer.
Wir buchen direkt die Tauchkurse ab morgen 9 Uhr für alle drei. Bela macht wieder mal Bubblemaker, Joshua und Levi Open Water Diver Kurs.
Wir essen eine Kleinigkeit in der Strandbar, wieder barfuß und wollen danach eine kleine Runde drehen.
Daraus wird eine komplette Inselumrundung, ohne Schuhe und zum Schluß ohne Licht, weil die Sonne zwischendurch wie ein Feuerball ins Meer gefallen ist…
Die Insel ist traumhaft schön, weiße Strände, türkises Meer und viel  Grün in der Mitte.
Es gibt coole Bars und Clubs am Strand, besonders auf der Sonnenuntergangsseite. Mit Trommlern, Reggae, Feuerjongleuren und riesigen Lagerfeuern am Strand.
Leider ist es total dreckig, überall wird Plastik angespült und anderer Dreck, keiner fühlt sich zuständig, es wegzuräumen.
Das ist wirklich schade und trübt unseren Paradieseindruck.
Ansonsten, wo keine Natur ist, ist es tatsächlich eine coole Partyinsel mit viel Jungvolk und einer Menge Taucher.
Man kann hier nur mit Fahrrad oder Kutsche fahren oder natürlich zu Fuß gehen. Autos und Motorräder gibt es hier nicht.
Es gibt drei Moscheen und eine davon, die größte ist natürlich direkt neben unserem Hotel.
Aber zum Glück geht es hier, anders als in Lombok erst um 5 Uhr los und nicht schon  4:30 Uhr….

Wir sind alle platt von einer Runde in der Hitze ohne Schuhe. Nie war duschen schöner.
Bela schläft beim Abendessen ein und muss nach Hause getragen werden.

02.04.2016

Wir stehen früh auf, denn die Tauchkurse starten um 9 Uhr.
Wir haben kein Frühstück hier im Hotel, deshalb gehen wir an den Strand und essen Nudeln und Banana-Pancakes.

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Der ganze Tag ist irgendwie mit der Organisation der Tauchkurse  ausgefüllt. Die Jungs um 9 Uhr:

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Bela um 11:30 Uhr, dann gehen alle um 14 Uhr mit den Booten aufs Meer für die Tauchgänge.
Mike und ich fahren mit Bela und schnorcheln ein bißchen. Die Stimmung ist gut, alle sind gut drauf.
Bela hat zwei Tauchlehrer: Ryan aus England und Katalina aus Österreich, sie will zusätzlich ein bißchen übersetzen.
Die Tauchlehrer von den Großen heißen Alex (er sieht ein wenig aus wie Catweezle und fiept beim Sprechen wie ein Vögelchen) aus England und Anika aus Hamburg, sie ist hier neu und soll lernen (obwohl sie schon Divemaster ist) und auch ein bißchen übersetzen, was aber nicht nötig ist. Das Englisch der Kinder „is amazing“ sagt Catweezle.
Bela hat zusätzlich einen Filmer dabei, der alles festhält, inkl den Beginn mit den Übungen im Pool.
Wir treffen uns alle wieder im Hotel, die Großen haben viel zu tun, sie müssen für die Prüfung auf englisch lernen.
Wir chillen, trinken Bier, gehen zur Fußmassage und anschließend extrem günstig auf dem Nachtmarkt essen.
Stände rundherum, jeder holt sich, was er möchte und setzt sich an einen der vielen Tische.
Anschließend bummeln wir noch ein bißchen, denn es gibt mehr als nur die eine Strasse am Strand entlang.

03.04.2016

Frühstück und Tauchkurse wie gehabt.
Bela und ich mieten uns Fahrräder und radeln ein bißchen, bis sein Kurs beginnt.
Er macht einen zweiten Bubblemaker zunächst im Pool mit Unterwasserfussball.
Die Jungs haben auch Pooltraining, Joshua hat danach Probleme mit dem Ohr, so dass er mit Mike in die „Klinik“ geht. Er hat beginnende Mittelohrentzündung und muss aussetzen.
Schade….
Also machen wir zwei eine Fahrradtour, während alle anderen auf dem Meer sind.
Querfeldein und dann eine Inselrunde. Wir entdecken wieder einige sehr schöne und weniger schöne Inselecken, durch die Müllhalde müssen wir leider mittendurch. Durch den Mund atmen hilft enorm;)
Levi war begeistert von seinem Tauchgang:

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Und Bela ebenso:

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Nach den Kursen versammeln wir uns im Hoteleingang, um Belas Film zu sehen. Sehr geil, alle applaudieren begeistert. Sie haben nicht sehr viele Kinder in diesem Alter, die tauchen lernen. Außerdem war er wohl ziemlich gut in allem und konnte die Aufgaben schnell erfüllen.

Am Abend chillen die Kinder ein wenig und Mike und ich machen eine Radtour (meine dritte heute)und landen in einer coolen Strandbar zum Cocktail und Sonnenuntergang.

 

04.04.2016

Levi und ich stehen heute sehr früh auf, er hat um 8:20 Uhr schon Besprechung, weil sein Tauchgang schon um 9 Uhr beginnt. Bela beginnt auch sehr früh, sein letzter Tauchtag, der Tauchlehrer muss nach Bali. Mike und ich fahren wieder mit und schnorcheln. Joshua macht Pause und erholt sich. Levi bekommt auch einen eigenen Tauchfilm und ist sehr stolz. Der Tag vergeht ganz gechillt, wir gehen aus: Fussmassage und Essen am Strand, die Kinder bleiben im Hotel.

05.04.2016

Levi hat den Open Water Diver bestanden und sich spontan für den Advanced Kurs entschieden und beginnt heute Abend mit einem Night Dive.
Aber von vorne:
Wir frühstücken früh und haben dann ein Boot für uns gemietet, um zu schnorcheln und die anderen beiden Gili Inseln (Meno und Air) zu sehen.
Wir fahren mit einem Glasbodenboot, was sich hier echt lohnt.
Wir schnorcheln zuerst am Halik Riff, wo alle Kinder schon tauchen und wir schon mal schnorcheln waren.
Sehr schön dort.
Weiter geht es nach Turtle Heaven:

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Es ist so wunderschön dort, dass es einem die Sprache verschlägt. Wir sehen so viel:

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Wir machen einen Stopp auf Gili Meno, was uns sehr gut gefällt. Es ist kleiner und ruhiger, als Gili T.

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Wir sehen, wie in einer Schildkrötenauffangstation kleine Babyschildkröten mit der Zahnbürste geschruppt werden. Sie sind zwei Monate alt und werden mit 8 Monaten ins Meer gebracht.

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 Wir genießen eine Ananas und beschließen, in Thailand sind sie besser!

Weiter geht es mit unserem Boot Richtung Gili Air. Davon sind unsere Guides total begeistert und wollen uns unbedingt dorthin bringen. Wir landen an einem belebten Strandabschnitt, so dass wir Probleme haben mit dem Aussteigen, wegen der zahlreichen Taue der anderen Boote. Wir gucken uns kurz um, es ist dreckig, laut und voll. In der Bar ist remmidemmi und wir wollen sofort wieder weg, was bei unseren Guides auf Unverständnis stößt.

Wir schippern weiter Richtung schwarze Wolken, die Wellen werden höher und der Himmel dunkler…Wir entscheiden uns zurück nach Gili Meno zu fahren, das war sehr schön. Wir landen an einem einsamen Strandabschnitt, die Kinder schnorcheln und wir trinken Bier in der schönsten Bar, in der ich jemals gewesen bin. Irgendwer spielt Gitarre, das Bier ist kalt und die Stimmung super.

Gegenüber sehen wir unser Hotel auf Gili T.

Abends gehen Mike und ich alleine aus, die Kinder müssen chillen am Strand.
6.4.2016
Der letzte Tag auf diesem Eiland startet wie immer mit Pancakes und MiGoreng am Strand. Levi und ich fahren Rad, die anderen machen was anderes. Wir umrunden die Insel, landen wieder aus Versehen inmitten der Müllkippe und landen in einer Hippibude am Strand und trinken selbstgemachte Smoothies. Wir hören nochmal das Klappern der Pferdehufe und haben es tatsächlich nicht einmal geschafft, mit einer dieser kleinen Kutschen zu fahren.  Irgendwie plätschert der tag so durch, wir haben noch eine Fussmassage, Fisch und ein paar Bier und fallen in die Betten.
7.4.2016

Heute ist die Überfahrt nach Bali geplant.  Wir gehen mit Sack und Pack zum „Hafen“, das ist ein bestimmter Abschnitt am Strand, wo die Fähre anhält und wir erst durchs Wasser und dann barfuß eine stinknormale Sprossenleiter hochklettern müssen. Das ist noch einmal Fussmassage pur. Die Fahrt dauert so lang wie sie dauert, es ist ein bisschen langweilig. Am Hafen steht ein netter Herr mit Schild „Familie Kind“ und bringt uns in unser Hotel für die letzten zwei Nächte auf Bali. Am Jimbaran Beach. Der Empfang ist pompös, genau wie die Erkenntnis, dass ich die GoPro im Auto habe liegen lassen…Wir beziehen die Zimmer und sind so zufrieden, dass wir gleich  wieder  umziehen. Kann passieren. Das zweite Zimmer ist sehr schön und wir erholen uns von der Umstellung Gili – Bali. Wir schwimmen im Pool und schlürfen Shakes in der Poolbar. Der Strand ist wunderschön, wir flötzen uns auf die Liegen und überall hört man  die Glöckchenspieler, die schöne Musik machen.  Der Fahrer kommt mit der GoPro und alles ist wieder gut.  Wir gehen in den Ort, der keiner ist, zum Abendessen. Danach noch eine Poolrunde im beleuchteten Wasser. Wir verabreden einen Tauchgang für den nächsten Tag, weil der Handtuchmann uns das empfiehlt. Schönster Tauchplatz überhaupt, für die Kinder ganz toll.
8.4.2016

Nach einem tollen Frühstück werden wir zum Tauchen abgeholt. Nach einer Stunde Fahrt durch das quirlige Bali sind wir da. Wir steigen ins Boot und fahren raus. An einer Steinschüttung vorbei und ankern dort, wo ich niemals ein tauchgebiet vermutet hätte. Alle machen sich bereit, alle sind verwirrt. In geringer Entfernung brechen die Wellen auf den Steinen, es ist trüb und ….naja…abwarten. Alle ab ins Wasser, ich sage vorher noch zu Bela, er soll bitte niemals die Hand vom Tauchlehrer loslassen. Mike und ich schnorcheln oben drüber und sehen bald keines der Kinder mehr. Mit Brötchen sollen wir Fische anlocken, die kommen aus dem nichts, fressen alles aus der Hand und verschwinden im nichts, ebenso wie unsere Taucherchen. Kein schönes Erlebnis. Die Kinder tauchen endlich wieder auf und sind megaenttäuscht. Sichtweite von nicht mal einem Meter. Erleichtert treten wir den Rückzug an. Levi und Joshua fahren zum Hotel, Mike, Bela und ich besuchen noch eine Shoppingmall, da wir noch Souvernirs und Mitbringsel brauchen.  Danach treffen wir uns alle am Strand wieder und der Handtuchmann kriegt ne Packung von mir. Abends gehen wir nach nebenan, einen Strandabschnitt weiter, wo wir mit den Füßen im Sand ein leckeres Abendessen genießen. Die Flut kommt langsam immer näher an unseren Tisch, wir sind fertig, der Laden schließt. Abgeräumt wird dort wie folgt: Die Bedienungen gehen an die Tische, räumen das Geschirr in Kisten und schütteln dann die Tischdecken einfach auf dem Sand aus. D.h. Plastikflaschen, Servietten und anderer Tischmüll landet im Sand. Wir waren alle total erschrocken, vor allem, weil wir gesehen haben, wie es auf den kleineren Inseln und auch auf Lombok an den Stränden aussieht und was dort für ein Müll angespült wird. Ich wage einen Versuch in Sachen Klimapolitik und frage, wer den Müll beseitigt. Sie sagen, morgen fürh kommt die Frühschicht und macht den Strand für das Frühstück sauber. Ich sage, die Flut ist schneller und spült alles ins Meer und dass man den Müll doch besser gleich in den Mülleimer bringt. Ein großes Vakuum macht sich zwischen den Ohren der Kellnerinnen breit…Wir sind fassungslos. War nicht mal ein Klimagipfel in Bali? Den Menschen fehlt es einfach am Basiswissen, die wissen garnicht, was sie mit dem Meer anstellen. Ich diskutiere mich freundlich und geduldig in Rage, bis die Kinder mich bitten aufzuhören, weil das hier eh keiner rafft. Ich denke, sie haben recht. Schade.

9.4.2016

Heute ist Heimflugtag

Alles klappt reibungslos. Keine besonderen Vorkomnisse

 

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