Warum Kuba 5.0 ? Es ist nicht so, dass wir nach der Rückkehr von unserer Weltreise vor 5 Jahren nicht mehr gereist sind, ich bin nur einfach nicht zum Schreiben gekommen. Obwohl mir das wirklich Spaß macht, wie ich gerade merke. Die erste Langstreckenreise nach der Weltreise ging im Mai 2019 wieder nach Kuba. Genau 30 Jahre nachdem wir mit meiner Familie das erste Mal in Kuba gewesen sind, sind wir wieder alle zusammen dort. Meine Eltern, mein Bruder und ich. Mit von der Partie sind auch meine Nichte und mein Ältester. Das war ein sehr schönes Erlebnis mit allen zusammen. Wir haben ja schon mehrfach die Erfahrung machen müssen, dass das bisherige Leben von jetzt auf gleich ganz anders weitergehen kann, als man es geplant hat. Deswegen ist es umso schöner. Wir sind alle unterschiedlich angereist, Levi und ich haben uns Business Tickets geleistet, ich habe ihn damit überrascht. Der Hauptgrund war aber, abgesehen vom Champagner vor dem Start und der Thromboseprophylaxe durch das Platzangebot, das viele Gepäck, welches wir mitnehmen durften. Schon damals haben wir für uns nur Handgepäck mitgenommen und die kompletten 130 Kilo Aufgabegepäck mit gesammelten und gekauften Dingen zum Verteilen, genutzt.Wir hatten, glaube ich, 150 Tuben Zahnpasta dabei… Ich wusste ja schon immer, wieviel Papa so zum Verteilen mitnimmt und habe dann in 2018 festgestellt, dass es den Menschen hier wirklich am allernötigsten fehlt. Im Oktober 2019 bin ich mit meinen Jungs und mit meinen Eltern nach Buenos Aires gereist, um Azul und ihre Familie zu treffen. Das war auch ein schönes Abenteuer. Ich hätte nicht gedacht, dass das meine Eltern so gut mitmachen und doch noch so fit zu Fuß sind. Ich will da gar nicht soviel drüber erzählen, vielleicht wird es noch ein extra Kapitel. Nur soviel: Wir haben in zwei Apartments gewohnt (die wir immer buchen, wenn wir hier sind, weil sie so nah an Azuls Wohnung liegen) Ich wollte eines Morgens zum Frühstücken einladen und bin zu meinen Eltern runter gegangen. Papa machte die Tür auf und sagte, Mama sei seit 1,5 Stunden einkaufen. Ach du Sch….Sofort Panik bei mir…Meine Mutter, aufgewachsen in Rotenburg, auf dem Dickenrück, mit drei Häusern und 11 Einwohnern…alleine in Buenos Aires, Hauptstadt von Argentinien, 20 Mio Einwohner…Also runter und suchen. Meine Mama war mit ihren Nordic Walking Stöcken und der Einkaufstasche losgeschossen und hatte sich einfach nur um die Ecke im Carrefour und im Obstladen verbummelt. Sie brauchte Heidelbeeren fürs morgendliche Müsli…
Dann kam Corona und Reisen waren nur noch sehr eingeschränkt möglich. Im ersten Corona Sommer ging es für uns nach Windeck an der Siegschleife, darüber gibt es sicher kein eigenes Kapitel 😉
Mike und ich haben uns in 2021 eine Auszeit auf Curacao genommen, das war wieder möglich und sehr schön.
Im Februar 2022 ging es wieder nach Kuba, mit Papa, meinem Bruder und seinen 3 Kindern. Diesmal hatte ich sogar ein Fahrrad dabei. Mein Bruder hatte mit den Kindern Sachen für die Schule besorgt und einen Termin in der Grundschule in Santa Marta gemacht. Das war sehr ergreifend. Ich habe weiter Kontakte geknüpft und gefragt, was alles benötigt wird. Im Geiste plante ich schon die nächste Reise. Im April ging es für Mike und mich mit unseren 3 Jungs nach Sansibar. Das wird sicher noch in einem extra Artikel aufgearbeitet. Auch das war wieder ein sehr schönes Erlebnis mit der Familie. Sansibar ist traumhaft schön mit unglaublich netten und gastfreundlichen Menschen. Aber auch dieser Urlaub ging nicht ohne…Mein Mann sagt immer, er ist mit der Opferhilfe verheiratet…So sind wir nach zwei sehr schönen Wochen mit wundervollen Eindrücken und einem Patenkind mehr, wieder nach Hause gereist. Wir haben die Schulpatenschaft für den 6 Jahre alten Feysal aus Kilimanjaro/Tansania übernommen und werden die nächsten 10 Jahre die Kosten für seine Privatschule übernehmen. Für uns sind es Kosten, die wir im Budget nicht merken, für ihn ändert sich dadurch sein ganzen Leben. Er hat jetzt 24 Mitschüler in der Klasse und nicht mehr 60!