
Der Geburtstagsmorgen verläuft für Bela sehr spannend. Bereits am Abend vorher hat mir Paolo eine Torte im Kühlschrank gezeigt. Ich habe mich sehr gefreut, dass unsere Bestellung mit Zahl und Name drauf schon am Vorabend geliefert wurde. Allerdings fehlte auf dieser sowohl der Name, als auch die Zahl und es war keine Schokoladentorte, wie ich es bestellt hatte. Wollte gerade schon sauer werden, als ich schließlich gerafft habe, dass die Geburtstagstorte von Paulo für Bela ist. Wie nett. Jetzt haben wir zwei!

Als wir kurz nach Mitternacht ins Bett gegangen sind, hat er schon seit erstes kleines Geschenk bekommen. Da er auf dieser Reise zu malen begonnen hat, bekommt eine Packung Faber Castell Neon Stifte. In Calafate hat er sich schon ein schönes Skizzenbuch gekauft und malt seitdem Vorlagen für ein Tattoo für Mikes untätowierte Wade. Und, was er so sieht.
Wir stehen auf und schmücken unseren Frühstücksplatz. Paolo ist aufgeregter als wir, es macht Spaß. Wir haben Luftschlangen und Luftballons gefunden und eine 11 Kerze. Das Mädel aus der Bäckerei klopft um 8:30 Uhr an unsere Zimmertür.

Der Jubilar betritt den Saal und bekommt die Augen zugehalten. Er freut sich sehr über seinen Geburtstagstisch. Es gibt ein kleines Feuerwerk auf dem Kuchen.

Da wir ein bisschen Zeit zum Shoppen ohne ihn hatten, bekommt er von Onkel und Tante aus Weimar ein tolles Taschenmesser, vom Patenonkel ein Fernglas und aus Bad Wildungen Lego, was er sich sooo dringend gewünscht hat. Alles weltreisekonform.


Natürlich bekommt er nach dem Kerzenauspusten ein Ständchen auf spanisch von den anderen Gästen. Alle gratulieren, die meisten mit Küsschen. Dafür stellen wir die Torten auf den Kaffeetisch, alleine schaffen wir das nicht! Tommy kommt zu uns an den Tisch, er ist 6 und Belas neuer Freund.

Er futtert in affenartiger Geschwindigkeit ein ziemlich großes Stück Torte und bekommt von seiner Mutter dazu Cafe con leche (Milchkaffee), den trinken die Kinder in Argentinien, weil er stark macht. Leichte Zweifel kommen in mir hoch…Nach dem Kuchen isst er noch 10 Schokoladentaler, die ich als Deko besorgt habe und Bela nicht schmecken. Er steckt sie sich alle auf einmal in den Mund. Von der Mutter bekommt er noch ein großes Glas Cola, er soll noch etwas trinken nach dem Frühstück. Ich staune nicht mal mehr. Wir haben das Hosteria Frühstück um Käse und Wurst ergänzt, weil wir mit diesem Süßkram nicht klar kommen. Auch hier gibt es Cracker, geröstetes Weißbrot und Marmelade. So hat der 6 Jährige um 9 Uhr bereits seine (für meine Begriffe) Wochenration Zucker intus plus eine große Tasse Kaffee. Ich sag noch so: „das kommt nachher alles wieder raus“.
Nicht unser Problem. Wir fahren Richtung Berg. Es geht 4 Kilometer Schotter- und Feldweg bergauf. Der Blick über Bariloche und den See ist toll. Oben angekommen finden wir Halligalli der feinsten Sorte. Ein erstklassig ausgestatteter Hochseilgarten mit schweizer Knowhow. Der Hochseilgartenmeister hat 4 Jahre in der Schweiz gelebt und den Krempel mitgebracht.

Es gibt eine Reifenrutsche den ganzen Berg runter und eine Zipride Anlage, mehrere Lifte auf den Berg rauf und für den Winter verschiedene Skipisten. Bela und Mike checken ein, ich nicht. Mein Hochseilgartenhunger ist gestillt, seitdem ich mich in Österreich auf der ersten Plattform -kaum war ich oben- 45 Minuten am Baumstamm wie ein Äffchen festgeklammert habe und nur durch gutes Zureden und Begleitung eines zweiten Trainers in der Lage war, den Parcours zu machen. Ich bummel also ein bisschen rum, mache Bilder, trinke schlechten Kaffee und beobachte die beiden Kletterer. Die Parcoure sind toll. Es macht Spaß zuzuschauen.




Danach möchte Bela eine Runde Zipride machen, da die Reifenrutsche gesperrt ist. Also fahren wir alle mit dem Lift nach oben.


Dort ist der Ausblick noch besser. Mir rutscht allerdings das Herz in die Hose, als es für Bela losgeht. Erst 500 Meter bergab und dann umsteigen und nochmal 1000 Meter.



Als wir mit dem Lift wieder unten ankommen, wartet er bereits strahlend auf uns.

Wir besuchen ein Havanna zum Geburtstagskaffee. Da wir dort Internet haben, kommen zahlreiche Geburtstagsanrufe für Bela.
Neben dem Havanna gibt es eine Sommerrodelbahn, die wird auch gleich noch mitgenommen. Zurück in der Hosteria für eine kurze Siesta, spielt Bela mit Tommy und seinem Bruder Fussball. Dann passiert, was ich schon morgens für nicht ganz unwahrscheinlich gehalten habe: Tommy kotzt auf den Rasen. Einer der Hunde freut sich drüber 😉
Am Abend gehen wir wieder ins Alto de Fuego, wo wir reserviert haben. Ich schmücke den Tisch, wir essen das beste Beef ever und Bela erlaubt uns sogar eine Flasche vorzüglichen patagonischen Malbec. Er bekommt ein Desert mit Kerze, das Licht wird ausgemacht und ein Geburtstagslied gesungen.




Es war ein toller Tag! Bela hat es Spaß gemacht, das war die Idee dabei.