Im Sommer 2023 habe ich an einem Webinar teilgenommen und gelernt, wie man Tricks und Umstellungen des eigenen Bezahlsystems recht günstig Urlaub buchen kann. Gehört und sofort umgesetzt…Die entsprechenden Kreditkarten (für mehr Info bitte Nachricht an mich) bestellt, gleich mit Partnerkarten für die restlichen Familienmitglieder. Und die Karten, von denen wir keinerlei Vorteile haben, rasch gekündigt. Witzigerweise interessierte sich eine Sparkassenmitarbeiterin sehr für dieses System. Man muss sich in dieses System etwas reinfuchsen, kann aber dann , auch in der Kombination mit Payback, ziemlich schnell ziemliche viele Meilen sammeln, auch ohne zu fliegen. Bereits ein Jahr später, im Juli 2024, hatten wir genug Meilen zusammen, um diese Februar Auszeit buchen zu können. Ein Urlaub wäre normalerweise, wegen unserer Baustelle gerade, finanziell nicht drin gewesen. Ein Blick in die Prämientabelle, angerufen bei der Hotline und die Flüge sind fix. Von Frankfurt nach Kilimanjaro mit Ethiopien Airlines , weiter auf die Seychellen und zurück über Istanbul mit Turkish Airlines. Alles in Business Class, was normalerweise knapp 8000 Euro gekostet hätte, haben wir für Meilen plus Zuzahlung von etwa 400 Euro für uns beide bekommen.

Über das Miles and More Programm bin ich auf die Booking.com Seite gegangen und habe zusätzliche Meilen für die Hotels gesammelt. Wir übernachten auch gerne mal etwas luxuriöser, aber diesmal stand die Baustellenkasse im Vordergrund, deshalb: lieber günstiger, als gar nicht weg. Hübsch schaffen wir ja trotzdem auch immer.
Warum zuerst Kilimanjaro? Die Strecke was mit Star Alliance Flügen sehr günstig und gut mit den Seychellen kombinierbar. Dort wollten wir schon immer mal hin. Kilimanjaro bot sich an, um endlich unser Patenkind zu besuchen. Feysal ist 9 Jahre alt, wir haben seine Mutter in 2022 auf Sansibar kennengelernt und zahlen seitdem die Kosten für die Privatschule für ihn. Natürlich wollten wir ihn gerne treffen und uns auch die Schule einmal anschauen.
Es ging also los. Frankfurt mit Papa, er hat seinen Kubaflug auf unseren Abflugtag gelegt, damit wir zusammen fahren können. Am Flughafen hatten wir noch ewig Zeit und überlegt, dass 50 Minuten Umsteigen in Zürich vielleicht doch zu knapp sein könnten. Also vertrieben wir uns die restliche Wartezeit damit, den ersten Flug zwei Stunden nach vorne zu buchen. Hat auch nach einigem Hin und Her geklappt. Und war auch eine ziemlich gute Entscheidung. Ethiopian Airlines hat überrascht. Wir hatten dummerweise vorher die Rezensionen gelesen und waren auf das Schlimmste vorbereitet, aber alles unnötig. Die Mitarbeiter sind total nett, der Komfort ist auf jeden Fall mindestens Lufthansa Standart (die haben ziemlich nachgelassen, gerade auch im Business Bereich) und der Service war super.

Umsteigen in Addis Ababa hat gut geklappt, wir hatten Zeit, Frühstück in der Lounge und Fussmassage. Weiter ging’s nach Kilimanjaro Airport. Das ist ein ganz kleiner süßer Flughafen mit Parkett ausgelegt. Einreise, Visum und Gepäck ging schnell. Unser Fahrer stand bereits mit einem Namensschild vorne und dementsprechend waren wir rasch in unserer ersten Unterkunft. Meru View Lodge in Usa River. Sehr süß.

Wir waren ganz schön kaputt von der langen Anreise, deshalb gab es einen kurzen Powernap, poolen, lesen, ausruhen und ein Ankunftskaltesbierchen. Um 18 Uhr kam unser Safariguide für das Briefing unserer kleinen Safari für morgen. Es war ein ganz schöner Kampf bis 19 Uhr durchzuhalten, dann gab es Dinner in der Lodge und das war so lecker…
Nach 12 Stunden Schlaf ging es mit Essen weiter.

Unsere Fahrer und Guide kamen pünktlich und los ging es in den Arusha Nationalpark. Das Gate war keine 5 Minuten entfernt, das hatten wir absichtlich so ausgesucht. Es ist nur ein kleiner NP, wir wollten aber auch keinen klassischen Safariurlaub machen, sondern nur erstmal einen ersten Eindruck bekommen.

Die Jungs, Joshua und Omari von Explore Africa Expedition waren super. Dieses lokale Unternehmen fördert die veranwortungsvolle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes und bietet von Kilimanjaro Besteigungen bis Serengeti Safari so ziemlich alles an. Und das zu einem fairen Preis mit einem tollen Service. Los Ging es, entweder mit Mount Meru im Blick oder dem Kilimanjaro

Wir haben tolle Erklärungen bekommen, auch über das Leben der Menschen vor der Kolonialisierung. Das kannten wir bereits von den Cook Inseln, Es ging den Menschen vorher einfach besser, sie waren gesünder, schlanker und fitter. Mit dem Zucker und der Chemie kam das Übel…If nature didn´t make it don´t take it. So haben sie hier gelebt. Wir erfahren viel über Durchfallbäume, Grippesträucher, Blutdruckregulierungskräuter und die positiven Wirkungen des Qualms, der bei der Verbrennung von Elefantenkacke. Er ist extra nochmal zurückgefahren, als ich gefragt habe, ob das Elefantenkacki ist. Das hat mich sehr gefreut. Gleich zu Beginn sehen wir alle Tiere des Parks versammelt auf einer riesengroßen Wiese versammelt.


Der nächste Stop war oberhalb des Ngurdoto Kraters, quasi der kleine Bruder des berühmten Ngorongoro Kraters. Er hat natürlich nicht diese krassen Ausmaße, ist aber dennoch ein toller Anblick. Es ist ein etwa 3,6 KM breiter und 100 bis 400 M tiefer feuchter, teils sumpfiger Krater, umgeben von dichtem Regenwald. Er steht unter sehr strengem Schutz und darf auf keinen Fall betreten werden, außer von Büffeln, Elefanten, Warzenschweinen, Leoparden, Tüpelhyänen, Antilopen, Affen und Pavianen. Am Aussichtspunkt wurden wir von einer Horde Baboon Monkeys begrüßt, die zum Glück schnell verschwanden, ich habe mit Affen Schwierigkeiten und unsere Tollwutimpfung wurde seit Ende der Weltreise auch nicht mehr aufgefrischt.


Auf dem Weg zu den Momella Seen, haben wir Zebras und Giraffen gesehen:



Am großen Momella Lake gab es ein Picknick


Es war ein ereignisreicher Tag für uns, obwohl wir keine Elefanten gesehen haben. Es war von Beginn an klar, dass wir nur das sehen: what nature offers you 🙂 Es war genau das, was wir wollten. Unser Fokus lag auf Nähe. Wir wollten nicht erst 5 Stunden Fahrt haben. Lieber mit mehr Zeit wiederkommen und eine große Safari machen. Wir haben dennoch viel gesehen. Warzenschweine (Pumbas), Zebras, Giraffen, Wasserbüffel, Affen, zahlreiche Vögel, Antilopen, Wasserböcke und Schmetterlinge.





Zurück in der Lodge gibt es wieder eine runde Pool, chillen, Dinner und Bett. Am nächsten Tag geht die Reise weiter nach Moshi, wo wir unser Patenkind Feysal treffen und die Schule besuchen.
Die Fahrt ging fix,, hatten wir ja, wie gesagt, auch alles darauf abgestimmt. Eingecheckt in der Brubru Lodge, sehr nette Mitarbeiter, haben uns vorzeitig einchecken lassen, weil wir den Termin in der Schule schon um 12 Uhr hatten.

Taxi bestellt, geduscht und los. Moshi ist die Hauptstadt der Region Kilimanjaro, Universitätsstadt, hat circa 220.000 Einwohner und wurde bereits 7 Mal als sauberste Stadt Tansanias ausgezeichnet. Ganz schön wuselig dort. Die ersten Fahrten durch unbekannte Gegenden finde ich immer sehr spannend.

Feysal ist wohl ungefähr so aufgeregt wie wir. Ich bin in solchen Situationen immer so ergriffen, dass ich gerne mal anfange zu heulen. Aber was sollte bitte dieses Kind von mir denken. Deshalb immer schön die Zunge gegen den Gaumen drücken. Hat geklappt. Der Empfang war herzlich. Feysals Mama und sein Opa waren auch da und haben sich sehr gefreut. Feysal war neugierig, aber logischerweise sehr schüchtern. Wir haben ihn sofort ins Herz geschlossen, er ist unglaublich. Als wir im April 22 die Zusage gemacht haben, die Kosten zu übernehmen, war die Freude erstmal verhalten. Sie hatten Sorge, dass wir nach ein paar Monaten die Zahlung einstellen und er dann wieder zurück auf die alte Schule gehen muss. Sie kannten uns ja gar nicht und brauchten einen Vertrauensvorschuss. Wir hingegen haben uns total über unsere Entscheidung gefreut und waren etwas überrascht von ihrer reservierten Reaktion. Wobei: waren es nicht eigentlich wir, die einen Vertrauensvorschuss gebraucht hätten? Sie hätte ja sonstwas mit dem Geld machen können… Verständliche Reaktionen von beiden Seiten, wenn man etwas darüber nachdenkt. Wir mussten uns erstmal beweisen, haben Anmeldegebühr, Kosten für Schuluniform und das erste Jahr geschickt und sie Zeugnisse. Feysal ist ein sehr guter Schüler, wir haben uns lange mit dem Rektor und seinen Lehrern unterhalten. Sie sagen, er ist Die Gedanken, die wir hatten, scheinen zu funktionieren. Wir merken nicht, dass uns Geld fehlt, aber für ihn ändert sich der weitere Verlauf seines Lebens. Wir haben natürlich für die Zeit nach der Schule weitergehende Unterstützung zugesagt. Und natürlich freuen wir uns, wenn er uns eines Tages besuchen kommt.




Die Lehrer beim Korrigieren von Klausuren

Die Wäscherei

Die Schulküche. Hier wird jeden Tag Brot gebacken und gekocht. Es gibt auch Schüler, die hier im Internat übernachten. Feysal gehört nicht dazu. Er fährt jeden Tag.
Wir wurden zum Schluss noch ins Sekretariat gebeten, um uns ins Gästebuch einzutragen und durften Fragen stellen. Es gibt in dieser Schule einige Kinder, die von Europäern oder Amerikanern die Schulkosten bezahlt bekommen, das hat uns sehr gefreut. An Freitagen, so wie heute, gehen die moslemischen Kinder um 11 Uhr und die Moschee. Die anderen Kinder machen in der Zeit Unterricht. Sie haben zu anderen Zeiten Gottesdienst oder ähnliches. Es gibt verschiedene Glaubensrichtungen an dieser Schule und alle werden versorgt.

Im Anschluss an den Schulbesuch sind wir mit Farida noch ein bisschen in die Stadt gefahren. Es ist heiß, staubig und hektisch. Ich bin etwas überfordert und brauche hier nicht so viel zu sehen. Es gibt auch nicht so viel anzugucken. Die Stände mit Kram haben wir überall auf der Welt schon gesehen, es ist so voll, dass wir gar nicht in unserem Tempo gehen können. Wir haben uns für den Abend zu gemeinsamen Dinner verabredet und sind dann zurück in unsere entspannte Oase gefahren. Dort gab es was Leckeres zum Lunch und dann wieder entspannen, wir sind ja zwischendurch auch mal im Urlaub 😉

Wir haben Feysal aus Deutschland einen neuen Spiderman Schulranzen mitgebracht und neue Schuhe für die Schule. So sind wir also beladen zum Restaurant gelaufen.


Die Eltern (Mama und Stiefpapa) von Farida sind unglaublich herzliche Menschen. Sie haben sich so gefreut, weil wir sie unbedingt gerne dabei haben wollten. War auch die letzte Möglichkeit, denn am nächsten Tag beginnt Ramadan. Das Restaurant war prima. Alles war lecker und alle waren nett.



Feysal ist in der Zwischenzeit auch aufgetaut und hat Späßchen mit uns gemacht. Farida arbeitet immer noch auf Sansibar und ist nur 4 Mal im Jahr zu Hause. Sein Vater interessiert sich leider (oder zum Glück) nicht für ihn. Das war nur kurz Thema, ich wollte nicht in Feysals Beisein darüber reden. Es war ein sehr schöner Abend mit ganz viel Austausch, Herzlichkeit und sehr leckerem Essen für wirklich wenig Geld.
Wir verabreden uns für den nächsten Nachmittag, denn bei uns steht am Vormittag ein Ausflug an. Sie möchten uns gerne zeigen, wie sie wohnen. Leider hat der Hotelmitarbeiter vergessen das Taxi für uns zu bestellen. Deshalb fahren wir eine halbe Stunde später mit einem anderen Taxi los und bezahlen nur die Hälfte. Willy, unser Fahrer ist Christ und darf essen und trinken, das hat mich erleichtert, bei der Hitze… Wir fahren zu den Kikuletwa Hotsprings und haben Badesachen mit. Es geht von der Hauptstrasse ab und dann über Stock und Stein.


Die Quellen sind nicht wirklich heiß, sie sind angenehm erfrischend, sie werden vom Kilimanjaro gespeist. Leider ist es nur die erste halbe Stunde schön.


Ab 12 Uhr geht der Rummel los. Sehr viele Menschen mit sehr großen Boxen reisen an und feiern. Das Baden vorher war ein Traum, wir hatten ja alles fast für uns alleine.


Also laden wir Willy zum Essen ins „Restaurant“ ein.



Die Restaurantküche

Die Köchin




Natürlich hat der Hundeflüsterer sofort Gesellschaft

Das Essen, natürlich unfassbar lecker. Zum Glück sind wir da total entspannt und experimentierfreudig. Wo wir schon überall gegessen haben, hätten andere sicher gestreikt oder Herpes bekommen oder Durchfall oder alles zusammen…während wir die leckersten Mahlzeiten hatten.
Weiter geht´s Richtung Feysals Haus. Wir nehmen den Shortcut, der zwar kürzer ist, aber länger dauert, da wir mit einem normalen Taxi Offroad Wege über Stock und Stein fahren müssen. Spannend ist es auf jeden Fall





Feysal wohnt mit seinen Großeltern in einem kleinen Haus etwas außerhalb von Moshi. Es ist ordentlich und sauber, es liegt kein Müll im Garten (das ist ungewöhnlich). Es gibt ein kleines Wohnzimmer, mit einer Gasflasche und einem Aufsatz zum Kochen drauf (das ist die Küche) draußen kochen geht wegen der oft starken Winde nicht. Außerdem ein kleines Schlafzimmer für alle 3 oder manchmal 4, wenn Farida zu Besuch ist. Sie baut gerade nebenan ein Erweiterung für das Haus, das dauert aber, da sie immer nur dann weiterbauen kann, wenn sie etwas Geld zusammen hat. Sie hat bisher für den Rohbau etwa 750 Euro ausgegeben und braucht noch einmal etwa 1000 Euro für Dach und den Innenausbau. Und ja, natürlich: Ich habe kurz überlagt…Wir wollten sie aber auch nicht in Verlegenheit bringen, weil wir schon so viel für sie machen und sie auch so bescheiden sind. Die Straßen sind nicht befestigt und deshalb staubig. Es ist total heiß. Heute ist der erste Tag des Ramadan, deshalb haben wir schon vorher darauf bestanden, dass sie nichts für uns vorbereiten. Wir haben auch keine Bilder gemacht. Feysal ist direkt nach der Verabschiedung verschwunden, Farida sagte, er muss weinen, deshalb wollt er nicht winken. Dass wir wieder kommen, steht fest. Vielleicht habe ich ja in der Zwischenzeit eine Sammelaktion gemacht, so dass das Haus dann auch fertig ist 🙂
Nächste Etappe:
Wir werden um 1.30 Uhr in der Nacht abgeholt und zum Flughafen gebracht. Wir fliegen um 4.45 Uhr nach Addis Ababa und von dort geht es weiter auf die Seychellen.

Der Flug ist etwas langweilig. Leider sitzen Mike und ich nicht zusammen, weil die Passagiere einfach nach Belieben ihre Plätze getauscht haben. Da wir aber für mehr Beinfreiheit extra bezahlt haben, waren nur noch zwei separate Plätze, obwohl es anders auf unseren Bordkarten stand. Es ging eh zu wir bei den Hottentotten. Die Tische waren zum Start nicht hochgeklappt, die Lehnen nicht aufrecht. Der Kerl neben mir über den Gang war nicht mal angeschnallt, er hat tief und fest geschlafen. Der Stewardess war es irgendwann egal, glaube ich. Es war dunkel, ich habe geschlafen, alles gut also. Umsteigen in Addis, diesmal ohne Fussmassage. In die Lounge durften wir wegen unserer Priority Pässe auch ohne Business Tickets. Auf dem Flug nach Mahe saß ich in der Mitte, am Fenster ein Inder. Ich weiß nicht, warum die Inder sich immer die Füße nackig machen, wenn sie fliegen. Wusste auch google nicht. Er war nett und hat mich zum Fotografieren ans Fenster gelassen, als es etwas zu sehen gab.




Die Einreise hat ganz problemlos funktioniert. Wir mussten ja schon von zu Hause eine elektronische Einreisegenehmigung beantragen, mit Foto. So wurden wir mit Gesichtserkennung auch am Flughafen schon mit Namen begrüßt. Auf also zu Flug Nummer 3 an diesem Tag. Mit einer kleinen Maschine geht es nach Praslin. Es fahren auch Fähren. Da ich aber nicht wusste, wie lange dieser Einreiseprozess dauert und wir dann noch vom Flughafen zum Hafen hätten fahren müssen, haben wir uns für die komfortablere Möglichkeit entschieden und sind geflogen. Das Inlandsterminal ist direkt neben dem International Terminal, man muss nicht mal raus gehen.









Das Gepäck kam nicht mit, das ist wohl üblich, wenn die Maschinen voll sind. Es wurde einfach abends in Hotel geliefert. Allerdings hat der Flughafenmitarbeiter noch einen kleinen Spaß gemacht, in dem er sagte, spätestens übermorgen wären die Koffer bei uns 🙂
Unsere Fahrerin Jeanna stand schon strahlend draußen und hat auf uns gewartet. Also einmal auf die andere Seite der Insel. Sie hat uns vieles erklärt, auch wo man günstig essen kann wie die Locals. Obwohl sie ein Taxi hat, hat sie uns erklärt, wie man hier Bus fährt. Man braucht eine Karte, lädt sie im Laden auf und zahlt etwa 1 Euro pro Fahrt, egal wohin man fährt. Haben wir dann auch mal gemacht. Da es aber keinen zuverlässigen Busfahrplan gibt, sitzt man dann auch schon mal länger an der Bushaltestelle…

Übernachtet haben wir im Berjaya Resort. Das war tatsächlich über TUI am günstigsten. Also haben wir das bereits im September bei unserem Jüngsten gebucht, der gerade ein Jahrespraktikum bei TUI macht. Das Hotel war völlig in Ordnung. Zwar schon älter und hier und da renovierungsbedürftig, aber sauber. Die Menschen dort sind unglaublich nett und herzlich. Das ist es, worauf es ankommt. Wir hatten ein Zimmer mit Frühstück gebucht. Am ersten Abend sind wir, weil es am einfachsten war und wir immer noch unsere Jeans tragen musste, weil ja das Gepäck noch nicht angekommen war, in das Hotelrestaurant am Strand gegangen. Die Preise sind schon ordentlich. Das Buffet sollte umgerechnet etwa 45 Euro pro Person kosten, ohne Getränke. Also gab es Pizza und Bier.

Das Frühstück am nächsten Morgen war gut. Wir waren auch endlich entsprechend angezogen, unsere Koffer haben nach dem Abendessen bereits vor dem Zimmer auf uns gewartet. Die erste Amtshandlung war zunächst eine Erkundungstour am Strand. Da es dort so einladend war, haben wir uns dort niedergelassen. Beim Baden sollten wir vorsichtig sein, es sei Stachelrochensaison. Die liegen im seichten Wasser und sonnen sich. Geht man aber etwas lauter und platschend ins Wasser, verschwinden sie schnell.
Mittagessen haben wir ausfallen lassen. Ich wurde natürlich nach 2 Stündchen am Strand schon wieder unternehmungslustig. Also sind wir mit dem Bus ins Valle de Mai gefahren. Die Busfahrt war ein echtes Erlebnis. Valle de Mai ist ein Nationalpark mitten auf der Insel, seit 1983 Weltnaturerbe der Unesco. Dort beheimatet ist eine endemische Palmenart mit der größten Nuss der Welt: die Coco de Mer (die wird aufgrund ihrer Form auch Popo de Mer genannt) Sie kann bis zu 25 Kilo schwer werden. Wir haben uns gegen einen privaten Guide und für den mittleren Rundweg entschieden, 1,7 KM. Natürlich haben wir, entgegen der beleidigten Prognose des Guides, Vieles entdeckt. Pflanzen, Schnecken, Vögel, Insekten, Geckos und sogar ein Dikdik.








Zunächst war es echt heiß, aber unter den hohen Palmen wehte ein angenehmes Lüftchen, so dass es echt auszuhalten war. Der Eintritt war mit umgerechnet 60 Euro recht happig, da man aber damit den Nationalpark unterstützt (es gibt dafür kein Geld von der Regierung), haben wir das natürlich gerne gemacht. Der Guide hätte nochmal das gleiche gekostet.

Die Busfahrt zurück war genauso abenteuerlich und langwierig, wir haben sicher eine gute Stunde in der Hitze an der Bushaltestelle gesessen und wollten zweimal in den Schulbus einsteigen…Zum Abendessen gab es dann local food im local Restaurant, lecker und günstig.

Am nächsten Tag sind wir zu Fuß los, wir wollten ein kleines Inselmuseum besuchen, das Praslin Museum. Der Chef ist ein unterhaltsamer schräger Typ, der schon überall in der Welt gewesen ist und sich mit diesem Museum seinen Traum erfüllt. Wir haben viel erfahren über die lokalen Anbaumethoden, haben einiges davon auch im Garten sehen können, haben Obst gegessen und durften Flughunde füttern. Sie leben dort tagsüber in einer Voliere und fliegen nachts los über die Insel.
