MALEDIVEN – ein Stück entfernt vom Paradies

Im Anschluß an den Badeurlaub, bzw den Heimaturlaub folgt ein Abstecher auf die Malediven. Hatten wir gar nicht auf dem Plan, aber die Kinder wollten das gerne. Von Colombo aus fliegt man nur etwa 1 Stunde und bezahlt dafür ca 50 Euro pro Person, warum also nicht? 

Wir brauchen kein Visum, nur unser Weiterflugticket zeigen (Was bei der Einreise dann aber keinen interessiert hat). Die Suche nach einer bezahlbaren und dennoch schönen Unterkunft ist sehr informativ. Wir brauchen zwei Zimmer, ein Dreibett- und ein Doppelzimmer. Gerne mit Frühstück. Es gibt hier echt alles. Von 350  bis 120.000  Euro für eine Woche ist so ziemlich alles vertreten. Wunderschöne Wasservillas, so wie man es sich vorstellt, wenn man an die Malediven denkt. Allerdings nur für Menschen ab 12 Jahren. Zum Glück…das gibt schon mal keine Diskussion. Eine Wasservilla kostet für diese Zeit etwa 4500 Euro, ohne Frühstück… wir bräuchten zwei davon…geht nicht! Wir finden auf einer gemischten Insel, d.h. für Einheimische und Touristen, ein nettes Guesthouse für 600 Euro. Zwei Zimmer, 8 Nächte, Frühstück, fertig!  Es ist hübsch, die Guesthouse Leute hier sind nett. 

Die Einheimischen nicht so. Gucken uns argwöhnisch an, sind mit der Entwicklung ihrer Insel offensichtlich nicht zufrieden. Wir nehmen selbstverständlich Rücksicht. Gehen nur am Bikinistrand im Bikini ins Wasser, sieht bei den Jungs etwas komisch aus 😉 Ich jogge in langer Hose und schwitze mich dabei kaputt, gehe auch so ins Gym. Wenn der Muezzin ruft, gucken wir demütig. Wir haben keinen Alkohol geschmuggelt… In der Bucht vor unserem Hafen liegt eine große Yacht, wo man zum Alkoholtrinken hinfahren kann. Bela hat sie Saufyacht getauft. Machen wir auch nicht. Wahrscheinlich zu teuer, bei der Happyhour bekommt man nicht zwei für eins, sondern nur 20 % Rabatt…Wir machen erstmal Urlaub und chillen. Es gibt hier überall Hängematten. Der Strand ist weiß, das Wasser türkis und ziemlich erfrischend. Die Insel hat jedoch wenig damit zu tun, wie man sich gemeinhin einen Urlaub auf den Malediven vorstellt. Es gibt Supermärkte und Restaurants, die Straßen sind aus Sand. Es gibt einen Fischmarkt:

 Es gibt Motorräder und sogar ein paar Autos, obwohl die Insel eigentlich dafür gar nicht groß genug ist. Wir fragen, wer denn hier ein Auto braucht und bekommen zur Antwort, es seien junge Leute, die ein bisschen Spaß haben wollen. Wir wohnen übrigens auf Maafushi. 

Direkt neben dem staatlichen Gefängnis. Bevor die Malediven eines Tages vom Wasser überspült werden, wegen Klimawandel und so, gehen sie im Müll unter. Das ist ein echtes Problem hier. Überall liegen Plastikflaschen, egal ob im Meer, am Strand oder auf den Strassen. Wir hatten den Eindruck, dass sich auf Maafushi niemand so richtig darum kümmert. Da wohnen sie im Paradies und merken es gar nicht. 

Es gibt nichtmal ausreichend Mülltonnen. Einmal nur haben wir die Gefängnisinsassen aufräumen sehen. Das ist so schade. Außerdem gibt es sehr viele angefangene Baustellen, große und mehrgeschossige Gebäude, die mal Hotels werden sollen, ausgelegt wohl auf „all in“ Touristen. Auch das ist schade.

Wir buchen einen Schnorchelausflug mit einem Boot für uns 5. Mit drei Stopps zum Schnorcheln, Lunch auf einer anderen Insel und einem kurzen Aufenthalt auf einer Sandbank. Am Morgen ist Anprobe des Equipments, es kommen  vier Asiaten dazu…Wir denken an nichts böses, haben das Boot ja nur für uns gebucht. Allerdings, so erfahren wir, haben sich diese vier am Nachmittag auch noch angemeldet. Naja, wir wissen, wieviele Fische noch übrig bleiben, wenn die Nichtschwimmertouristen laut jolend ins Wasser hüpfen. Diese scheinen ganz nett zu sein, der Preis unserer Tour reduziert sich drastisch. Es sind Thailänder. Mutter und Vater mit erwachsener Tochter, die eine Art Batmankappe trägt. Die Oma haben sie auch noch im Schlepptau. Sie wird mit der Gepäckkarre zum Hafen geschoben. Es geht los. Wir werden ständig fotografiert. Sie freuen sich, als wir sie auf die Schippe nehmen und uns Bärenöhrchen oder das V Zeichen machen. Sie verwechseln Azul wohl mit einem Kuscheltier, ständig sind sie an ihr dran. Knuddeln sie und wollen Fotos. Schwimmen können sie nicht, schnorcheln auch nicht, das ist ein Heidentheater. Wir geben unseren Guide ab, dann haben sie zwei, die sie auch brauchen. Sie haben  nicht schlecht gestaunt, als wir einfach so einen Köpper ins Wasser gemacht haben, Flossen und Maske an und ab ging die Post. 

Die Unterwasserwelt ist an manchen Stellen wirklich fantastisch. Es sieht aus wie im Aquarium, so wie wir es aus Thailand, Indonesien oder Malaysia kennen. Wir sehen sogar zwei Rochen. Wir stoppen an verschiedenen Punkten, am Shark  point sehen wir tatsächlich ein paar Haie und Bela erleidet einen kleinen Quallenangriff. Wir müssen ihn auf dem Boot verarzten und bei Laune halten.

 

Wir machen Pause auf Gulhi Island zum Lunch. Es gibt gebratenen Reis mit Thunfisch aus Plastikdosen. Eine Stunde haben wir Zeit. Am Strand ist sehr schön. Der Sand richtig weiß und das Meer traumhaft schön. 

Wir verbrennen uns ein bisschen, weil wir zu lange im Wasser waren.   Der nächste Ausflug geht nach Guraidhoo Island. Auch dort ist es wunderschön, wenn man über den Müll hinwegsieht. Aber hier bemühen sich die Einwohner immerhin, sie gehen morgens und abends Müll sammeln. Heute ist freaky friday, das bedeutet Feiertag. Alles geschlossen ab 11 Uhr…. Wir haben das rechtzeitig bemerkt und uns Picknick eingepackt. Eine Limo bekommen wir aber doch noch:

Wir finden eine kleine unbewohnte Insel namens Losfushi. Dort ist es unbeschreiblich schön. Wir bleiben eine ganze Weile, baden, haben Picknick und hören den Muezzin jede Stunde, ist ja Freitag…

Wir sind die einzigen Menschen weit und breit. Bela und Levi möchten das Geld aus der Weltreisekasse sinnvoll investieren und planen, diese Insel zu kaufen. Die Einwohner von Guraighoo planen allerdings etwas anderes. Sie wollen noch mehr Sandstrände aufschütten, um mehr Touristen hierher zu locken…schade eigentlich.

Die Tage auf Maafushi sind unglaublich erholsam. Wir sind alle im Chillmodus, tragen seit der Ankunft keine Schuhe mehr. Ist auch nicht nötig, müssen sowieso vor jeder Tür ausgezogen werden und  werden eh staubig, weil es hier ja keine Asphaltstrassen gibt. 

Wir gehen überall barfuß hin, egal ob zum Supermarkt oder zum Essen ins Restaurant. Dort sitzen wir oft an Tischen am Strand und buddeln uns die Füße gegenseitig unter dem Tisch ein. Es ist unglaublich heiß hier. Sobald wir die Zimmer verlassen, fangen wir an zu schwitzen. Abends weht jedoch immer eine frische Brise, so dass einem die Brühe nicht mehr überall runterläuft. Wir machen einen zweiten Schnorchelausflug, diesmal nur wir. Mit zwei Stopps und dann lassen wir uns auf Gulhi Island raussetzen, bleiben dort ein paar Stunden am Strand und fahren mit der öffentlichen Fähre wieder zurück. 


Am letzten Tag versuchen Levi und ich zum Friseur zu gehen und uns die Haare färben zu lassen. Ein lustiger Plan. Der Friseur kommt von irgendwoher angerannt, als wir den Laden betreten. Ja, er kann färben, aber nur black. Nicht blau! Obwohl wir die Haarfarbe für Levi dabei haben…komisch…er hat kein Waschbecken im Laden, ich frage, wie er dann färben will. Er sagt: „wash in hotel“ Dann kann ich auch gleich selber färben. Machen wir dann auch. Die Holiday Lodge Leute sind begeistert von Levis Haarfarbe, wir haben dann doch pink genommen. Es ist auch nicht schlimm, dass wir ein Handtuch versaut haben.                                                                                                  Wer auf die Malediven kommen möchte und eine Mischung aus Strand und ein bisschen Infrastruktur braucht, ist hier auf Maafushi  ganz gut aufgehoben. Das Guesthouse (Holiday Lodge Maledives) ist bezahlbar und gut. Ali ist ein netter Host und sehr behilflich beim Organisieren von Ausflügen. Wir verabschieden uns für die nächste Etappe Weltreise. Es geht weiter nach Japan!

           

Was wir von den Malediven gelernt haben:

Nicht überall wo Paradies draufsteht, ist auch Paradies drin.

Ein Leben ohne Schuhe können wir uns gut vorstellen, macht vieles einfacher!

Ausflüge mit dem Schnorchelboot sind noch ein bisschen schöner, wenn es kaltes Bier an Bord gibt.


Wie wir die Menschen erlebt haben:

Von Insel zu Insel unterschiedlich , aber eher distaniziert und skeptisch uns gegenüber.


2 Kommentare zu „MALEDIVEN – ein Stück entfernt vom Paradies“

  1. Liebe Pedo…
    Mit Begeisterung schauen wir mehrmals in der Woche in deinem Blog vorbei und freuen uns wenn wir wieder mitverfolgen dürfen wie euer großes Abenteuer so verläuft…
    Wir wünschen euch weiterhin alles gute und ganz viel Spaß…
    Nancy, Moritz und Robin
    Ps liebe Grüße aus der Heimat… 😘

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Nancy D. Antwort abbrechen