Quito und die Schnappatmung

Wir kommen pünktlich, aber müde in Quito an. Die Hosteria hat ein Taxi geschickt.

Wir fahren etwa eine Stunde bis ins Zentrum. Unsere Hosteria ist im historischen Viertel und sehr süß. Der Blick ist fantastisch. Quito ist etwa 5 Kilometer breit und 35 Kilometer lang. Ein bisschen was davon sieht man von unserem Balkon aus.

Wir relaxen ein bisschen. Die Reise war lang, bis auf Bela hat keiner geschlafen, und wir sind müde. Zum Glück fängt es an zu regnen wie aus Kübeln, so dass wir sowieso nicht raus könnten. Jetzt kommen Kopfschmerzen dazu. Stechende. Wir schnaufen beim Treppensteigen. Komisch. Sogar unser Supersportler Mike hat Probleme beim Atmen. Als der Regen nachlässt, gehen wir die Stadt erkundschaften. Bergauf ist ein großes Problem. Am meisten für Mike. Dann fällt uns die Höhe wieder ein. Quito liegt auf 2850 Metern. Das vergisst man schnell. Wir brauchen wohl ein bisschen Zeit zum Akklimatisieren. Wir schlendern durch das historische Viertel und finden es hübsch. So ganz anders als Buenos Aires. Nicht so europäisch, eher so, wie man sich eine südamerikanische Stadt vorstellt.

Ab und zu regnet es noch ein wenig. Insgesamt tut die Abkühlung nach den heißen Tagen in Argentinien aber gut. Wenn wir nur mehr Luft bekämen…in der Stadt ist viel los. Wir sehen Leute, die komsiche Sachen verkaufen:

Wir gehen auf die Dachterrasse eines Restaurants und haben einen tollen Blick:

Hungrig landen wir schließlich in einem Pub. Es ist immer noch recht früh, dennoch sehen wir aus wie Zombis:

Und fühlen uns auch so. Das ging uns oft so, wenn wir Reisetage hatten. Hier kommt dann auch noch das Luftproblem dazu… Wir landen entsprechend früh wieder in der Hosteria, da es hier früher dunkel wird, sehen wir nun ein Lichtermeer vom Balkon aus:

Für den nächsten Tag sind wir mit Carla verabredet. Sie war zur gleichen Zeit wie Azul in Gudensberg zum Austauschjahr. Da sie sich damals angefreundet haben, hatten wir sie auch oft und gerne bei uns zu Hause. Deshalb ist die Freude jetzt riesig. Sie hat sich gar kein bißchen verändert, trotz der sechs Jahre, die inzwischen vergangen sind (viele Menschen auf der Welt brauchen für solche Rechnungen einen Taschenrechner. Sie sagt, es waren 4 Jahre, sie war 18 und jetzt ist sie 24. 4 Jahre. Logisch!) Wir treffen uns an der Talstation des Teleferico. Wir wollen auf den Berg. Das volle Programm mit noch weniger Luft;) Mike und Bela erholen sich vorher noch etwas, die südamerikanische Pünktlichkeit lässt das zu!

Auch Souvenir shoppen und dem Maler über die Schulter gucken ist noch drin.

Schließlich kommt sie mit ihrem Kumpel Alvaro den Berg hochgeschlappt und freut sich. Alvaro hat Angst in der Seilbahn. Deshalb läuft er normalerweise auf den Berg. Heute muss er da durch und Carla macht sich lustig. Ich versuche ihn mit Fotos von unserer Reise abzulenken.

Wir haben einen fantastischen Blick von oben. Carla wohnt -mit Ausnahme der 10 Monate Deutschland- seit 24 Jahren in Quito und hat es noch nie hier hoch geschafft. Sie ist geflasht. Natürlich ist es kälter als unten, trotzdem holen wir uns einen leichten Sonnenbrand. Und blaue Lippen natürlich. Unseren Gipfelspaziergang müssen wir aufgrund von Atemnot auch abbrechen. In der Cafeteria neben der Seilahnstation gibt es Sauerstoff in verschiedenen Duftrichtungen. 7 Minuten kosten 3 Dollar. Genau, Dollar. Das ist hier die Währung. Eine eigene Währung hatte Ecuador schon mal, das hat aber nicht so gut geklappt.

Wir trinken Mate und gucken runter.

Als es zu kalt wird und dunkle Wolken in rasender Geschwingkeit aufziehen, fahren wir wieder runter. In Quito gibt es fast alle Sorten Wetter jeden Tag, bis auf Schnee. So haben wir es auch erlebt. Morgens heiß und sonnig, mittags regenet es und ab dann ist es auch kalt und/oder windig. Unterhalb der Seilbahnstation gibt es einen kleinen Freizeitpark mit ein paar Fahrgeschäften und einer Kartbahn. Bela und Mike drehen eine Runde. Bei Mikes Kart funktionieren die Bremsen nicht und bei Belas klemmt das Gaspedal. Es wird also ein nicht so ganz großes Vergnügen.

Danach fahren wir alle noch eine runde Achterbahn, für 25 Cent pro Person. Schlecht wird mir trotzdem. Es ist eine ruckelige Angelegenheit, hinterher tut uns alles weh. Der TÜV hätte auch hier viel zu tun! Wir nehmen uns ein Uber und fahren zur „Halbwelt“ wie Carlita in ihrem lustigen Deutsch sagt. Sie meint, die Mitte der Welt. Sprich den Äquator. Dort gibt es ein Monument, in dem man hoch gehen kann. Auf jeder Etage ist eine kleine Ausstellung im Sinne eines Technikmuseums. Das macht großen Spaß, weil wir viele Experimente machen können.

Von oben haben wir einen schönen Ausblick

Mike macht ein paar Pistols auf der Äquatorlinie und wir tanzen von der Nordhalbkugel auf die Südhalbkugel und wieder zurück. Nachdem wir in Ushuaia schon am Ende der Welt gewesen sind, sind wir hier in der Mitte. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen, wir werden auch noch an den Anfang der Welt reisen: die Galapagos Inseln werden als der Anfang der Welt bezeichnet. Der Flug ist morgen.

Wir bringen Carlita in die Uni und fahren zurück in die Hosteria. Die Zeit in Quito war schön, aber ausreichend. So geht es nach zwei Nächten weiter in Richtung Galapagos, worauf wir uns schon riesig freuen.

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