Once in a lifetime: GALAPAGOS

Wow…

So und noch viel besser landen wir in diesem Tierparadies. Wir sind zuerst auf der Insel Santa Cruz. Mit Shuttle Bus, Boot und Taxi gelangen wir nach Puerto Ayora, der Haupstadt der Insel. Es fängt damit an, dass mich der Taxifahrer im Beisein von Mann und Kind fragt, ob ich verheiratet bin. Bauch rein – Brust raus und schmunzelnd Mikes entsetzten Gesichtsausdruck genießen.Wir haben eine nette Unterkunft, sogar mit einem Pool. Es ist heiß, also erstmal rein da. Unser Vermieter ist sehr hilfsbereit und organisiert uns einen Ausflug. Wir haben vorher schon gehört, dass es hier sehr teuer sein soll. Die Tagesausflüge kosten tatsächlich 110 Dollar pro Person und für Kinder 90. Wir buchen nur den halben Tag mit einem Boot, diverse Schnorchelspots, eine kleine Wanderung zu einem Haitunnel, einem Strand, an dem Leguane ihre Eier ablegen und zum Baden in einer Schlucht. Für 35 Dollar pro Person und Bela 25 ist das in Ordnung. Abends gehen wir zum „Malecon“, das ist der Steg, an dem die Wassertaxis abfahren. Dieser Steg beleuchtet das Wasser, so dass wir kleine Haie beim Fressen beobachten können und allerlei andere Tiere. Auch einen Rochen sehen wir.

Pelikane sehen ein bisschen aus wie prähistorische Pteranodons, ich finde sie ungeschickt. Sie spritzen soviel, wenn sie auf dem Wasser landen. Wir sehen Seelöwen, die faul auf Bänken oder in Booten schlafen. Wir sind begeistert. Zum Essen landen wir in einer Art „Freßgass“, es ist immer noch sehr warm, die Straße ist abends gesperrt und Tische und Stühle stehen draußen. Ein Restaurant folgt auf das andere. Und es ist hier nicht besonders teuer. Mittagessen gibt es für 5 Dollar, inkl. Suppe, Saft und Desert.

Die Stimmung ist gut, die Menschen sind nett und das Essen ist lecker.

Unser Ausflug startet um 9 Uhr.

Wir sehen sehr viel und sind begeistert. Schnorcheln ist ganz okay, das hatten wir in Asien jedoch schon besser. Das Wasser ist stellenweise ganz schön trüb und die Fische sind woanders, wahrscheinlich bei den Schildkröten und Rochen…Nach dem Baden in der Schlucht, sowie Sonne und Hitze satt, sind wir nach dem Halbtagesausflug so kaputt wie nach einem Tagesausflug. Also ab ins Hotel und Siesta. Am Abend gehen wir erst zur Pelican Bay, dort gibt es ein bisschen Folklore:

Und danach wieder zum Steg, Haie gucken und in die Freßgass.

Stimmung und Haare sind außer Kontrolle.

Die Fähre nach Isla Isabela geht um 7:30 Uhr, das große Gepäck dürfen wir bei Patty und Marcos lassen. Bela hat sich inzwischen mit dem 10 Jährigen Sohn Mariano angefreundet und freut sich schon auf die Rückkehr und weitere 4 Nächte. Wir haben unseren Aufenthalt verlägert, weil wir mal wieder Urlaub brauchen. Um 6:45 Uhr sind wir am Steg, es herrscht großes Gewusel. Wir treffen Javier und seine Söhne wieder. Sie hatten uns freundlicherweise mit ihrem Taxi vom Flughafen mitgenommen. Sie machen nur einen Tagesausflug und fahren um 15 Uhr wieder zurück. Zu schade für so eine schöne Insel, finde ich. Aber sie haben nicht viel Zeit. Die Fährfahrt (für mich ist es ein kleines Boot, was uns darüber bringt) dauert 2,5 Stunden und ich habe vorher viel schlimmes darüber gehört und auch gelesen. Und tatsächlich ist die Fahrt entlang Santa Cruz wellig und stürmisch, weil das Wasser noch recht flach ist. Mir ist schlecht. Bela schläft. Mir ist schlecht. Mike schläft, weil er hier nicht angeln darf. Mir ist schlecht. Jemand hatte in einem Forum geschrieben, er sei ums Kap Hoorn gefahren, das sei Kindergeburtstag gewesen im Vergleich zu der Überfahrt von Santa Cruz nach Isabela. Waren wir doch gefühlt auch gerade in der Nähe von Kap Hoorn und haben die Schauergeschichten der Seefahrt dort im Museum gesehen, ahne ich nichts Gutes. Die Wellen sind hoch, aber nicht lebensgefährlich. Das beruhigt mich, aber schlecht ist mir immer noch. Zum Glück ist es kein Segelboot, dann wäre mir noch schlechter. Bela und ich haben letztes Jahr auf Formentera einen Segelausflug gemacht, so lange, bis der Kapitän meinetwegen das Segel einholen und den Motor starten musste, so grün war ich im Gesicht. Bela war sauer! Als wir endlich ankommen, sagt Bela fröhlich:“so schlimm war es jetzt auch nicht“, nee, er hat die ganze Fahrt verschlafen, ebenso Mike. Im Hotel mache ich Yoga-Wechselatmung über der Kloschüssel. Ich brauche ein Weilchen bis ich wieder hergestellt bin, begleitet werde ich dabei von blöden Sprüchen. Wir leihen uns Fahrräder für die zwei Tage und düsen los. Es ist total heiß, aber die Wege sind nicht allzu lang hier. Die Insel ist zwar viel größer als Santa Cruz, aber die sehenswerten Orte liegen nah an dem Hauptörtchen Puerto Villamil. Der Vulkn ist wegen Aktivität gesperrt, also sparen wir uns auch hier teure Ausflüge und erkundschaften alles mit unseren tollen Cubes. Zunächst geht es zu einer Schildkrötenaufzucht Station. Hier sehen wir die großen Galapagos Schildkröten (Tortugas gigantes) und erfahren allerhand wissenswertes über die Aufzucht. Es gibt 4 ausgwachsene Männer und 4 ausgewachsene Damen, alle so etwa 70-80 Jahre alt. Sie werden für die Zucht gehalten. Eier werden zusätzlich in der freien Wildbahn gesammelt und in der Station im Inkubator gebrühtet, weil sie in der Natur keine Chance hätten. Nach etwa 5 Jahren werden sie dann auf verschiedenen Inseln, je nachdem wo die Eier herkommen, ausgewildert.

Sie sind recht agil und es macht Spaß ihnen zuzuschauen. Es gibt einen Ausstellungsraum mit Film und weiteren Informationen. Es wird ein Teil des Brutkastens gezeigt, in dem wir die Eier sehen können und daneben bereits geschlüpfte kleine Schildkröten, die die ersten 4 Wochen ohne Nahrung und Wasser im Dunkeln gehalten werden, um das Schlüpfen in der Natur zu simulieren. Solange brauchen sie nämlich, um sich aus dem Nest in der Erde nach dem Schlüpfen rauszu arbeiten. Ich finde sie ziemlich klein und kann nicht glauben, dass sie mal so groß werden, wie das Modell der ausgewachsenen Galapagos Riesenschildkröte daneben, die mit etwa 90 bis 100 Jahren ihre endgültige Größe erreicht hat. Wir erfahren außerdem, dass ihre Kackhaufen, je nachdem ob sie Gras, Blätter oder was weiß ich gegessen haben, unterschiedlich aussehen. Wir dürfen 5 verschiedene Arten Schildkrötenkacke bewundern. Echt und nicht aus Plastik! Nice… In der Flamingo Lagune herrscht leider gähnende Leere, also fahren wir nach Concha la Perla zum Schnorcheln.

Auf dem Weg dorthin treffen wir wieder mal einen Pulk Iguanas.

Schnorcheln dort macht viel Spaß, das Wasser ist schön kalt und klar. Wir sehen einiges. Wir sind ab jetzt zweimal am Tag hier, gleich schon morgens um 9 Uhr, wenn nur wenige andere Menschen hier sind und das Wasser nicht so aufgewühlt ist. Einmal kommt ein Seelöwenpärchen zum Spielen vorbei. Das ist erstmal etwas befremdlich, aber da sie niemandem im Wasser etwas tun, sondern nur umher schwimmen und springen, traut sich dann auch Bela dazu.

und dann…Freunde:

Am Abend gehen Bela und ich bummeln und finden eine Karnevalsparty am Strand. Die Kinder besprühen sich mit Seifenschaum. Natürlich darf Bela mitmachen.

Die Chillecke in unserem Hotel wurde von uns fast gar nicht genutzt, weil es hier soviel zu entdecken und unternehmen gab.

Noch einmal am Concha da Perla

Zurück nach Santa Cruz geht es um 15 Uhr, es gibt ein bisschen Theater, weil die Liste von unserem Boot voll ist, unsere Namen aber nicht draufstehen. Ich zeige dem Mann das Ticket, auf dem mein Name steht und 3 Personen. Er rafft es nicht und zeigt auf die Spalte von Robin Kohlmeier, nur weil sein Ticket von der gleichen Agentur ist und die gleiche Farbe hat, wie unsers. Naja, ich schimpfe ein bisschen und schon streicht er mit seinen fetten behaarten Fingern und Tipex drei Passagiere von der Liste, die noch nicht am Hafen sind. Die Fahrt ist wieder der Horror für mich, Bela und Mike schlafen und finden es nicht so schlimm… Es ist Rosenmontag! Das bedeutet noch mehr Seifenschaumspraydosen kaufen und sprühen. Wir nehmen Belas neuen Freund Mariano mit in die Stadt.

Erst essen wir in der Freßgass…

…und dann geht es zur Pelikan Bay, dort ist die Faschingsparty. Mit Seifenschaum, Farbpulver, Misswahlen und EIERN!!!! Igitt…

Naja, nach dem dritten Bier kommt die Einsicht, Hauptsache das Kind hat Spaß und schwupps, habe ich ein Ei in den Haaren. Soll ja gesund sein. Der Seifenschaum im Bier ist jetzt auch kein Problem mehr. Wir treffen Marco aus Österreich, er lebt hier seit einigen Jahren und feiert mit uns.

Nach einer lustigen Feier mit einer langweiligen Misswahl, sehen wir so aus:

Es war ein wirklich lustiger Abend. Allerdings müssen wir auf der Heimfahrt mit dem Taxi auf der Ladefläche sitzen. Alle Taxis sind hier weiß und Pickups. Das ist total praktisch, wenn man Kinderwagen oder Fahrrad mitnehmen muss. Oder nass ist oder dreckig. Alle Fahrten innerhalb des Ortes kosten 1,50

Der nächste Ausflug geht zu zwei Kratern. Los Gemelos, zu den Riesenschildkröten und zu einem Lavatunnel.

Wir laufen durch den Lavatunnel. Er ist beleuchtet und natürlich kommen uns als erstes Deutsche entgegen.

Ein bisschen müssen wir zwischendrin klettern und auch krabbeln.

Am Abend gehen wir zum Fischmarkt. Es gibt jedoch mehr Pelikane als Fisch. Eine Verkäuferin ist nur mit Fliegenabwehr beschäftigt. Kühlkette ist auch hier kein Problem. Es gibt keine!

Weiter gehts mit Mariano im Schlepptau, an den Playa Aleman. Den deutschen Strand, warum der so heißt, konnten wir nicht herausfinden. Der Strand ist breit, das Wasser sehr flach und auf dem Grund soviele Steine, dass wir eigentlich Schuhe gebraucht hätten.

Also geht es weiter zu Las Grietas. Da waren wir letzte Woche schon zum baden und fanden es sehr schön

Baden in der Schlucht ist super. Das Wasser ist schön kalt, wir sehen viele große Fische und es sind heute nicht soviel Leute hier.

Auf dem Rückweg am Playa Aleman vorbei, ist dieser dann fast verschwunden, dafür ist das Wasser da und super zum Schwimmen.

Am Abend wollen wir ein letztes Mal in die Freßgass und noch ein bisschen Souvenirs besorgen. Ich freue mich auf einen Bummel am letzten Abend. Es fängt jedoch um 18 Uhr dermaßen an zu regnen, dass in kürzester Zeit die Straßen unter Wasser stehen. Bela und ich schaffen es mit lustigen Regenumhängen gerade so noch in den Supermarkt. Gebummelt wird dann am nächsten Vormittag, unser Flug geht erst um 16 Uhr. Der Abschied fällt mal wieder schwer, es ist wieder ein Abschnitt vorbei. Für Bela ist es auch nicht einfach, da er sich mit Mariano so gut verstanden und jede freie Minute verbracht hat.

Ein Gedanke zu „Once in a lifetime: GALAPAGOS“

Hinterlasse eine Antwort zu kunterbunt79 Antwort abbrechen